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Der zweite Grad

Wer nach dem 1. Grad- Seminar über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich Reiki angewendet und damit in sein Leben integriert hat, kann durch Erlernen des zweiten Grades seine Fähigkeiten, mit Reiki zu arbeiten, erweitern. Das Semi­nar zum zweiten Grad umfasst das Erlernen von drei Symbolen. Die Symbole dienen der Verstärkung des Reiki-Flusses sowie der Durchführung von Mentalheilungen und Fernheilungen. Die entsprechenden Techniken können zur Selbstbehandlung sowie auch zur Behandlung anderer Personen angewandt werden, ebenso zur Behandlung von Tieren und Pflanzen.

Das Seminar zum zweiten Grad umfasst traditionell eine Einweihung. Diese Einweihung dient der Verbindung des Prak­tizierenden mit den drei Symbolen, die danach jederzeit von ihm  aktiviert werden  können. Darüber hinaus geht es in einem 2. Grad-Seminar im Wesentlichen darum, mit den Symbolen ver­traut zu werden. Es werden Erläuterungen zur tieferen Bedeutung der Symbole gegeben sowie zu deren praktischer Anwendung; die entsprechenden Techniken werden in ihren Abläufen eingeübt.

Was ist ein Symbol?

Ein Symbol ist ein Zeichen. So wie jedes Zeichen hat es eine bezeichnende Funktion, d. h. es weist auf etwas hin. Doch dar­über hinaus deutet ein Symbol, anders als ein einfaches Zeichen, immer auch einen tieferen Sinn an. Dies macht es zu einer be­sonderen Art von Zeichen. Hierzu ein Beispiel:

Ein einfaches Zeichen (z.B. ein Pfeil, der in einem Gebäude den Weg zum Ausgang weist) bezeichnet lediglich etwa (nämlich den Weg zum Ausgang), ohne dass der tiefere Sinn dessen, was bezeichnet wird, im Zeichen selbst gegenwärtig ist (die Form des Pfeils lässt keinen tieferen Sinn des Weges zum Ausgang erken­nen) bzw. auch ohne dass überhaupt ein tieferer Sinn bestehen muss (es besteht kein tieferer Sinn des Weges zum Ausgang, es ist einfach nur in Weg aus dem Gebäude hinaus).

Dagegen ist ein Symbol eine andere Art von Zeichen: Es ist, über seine bezeichnende Funktion hinaus, ein Sinnbild für etwas, das in ihm verborgen liegt.  Ein Symbol  hat  immer direkt mit dem Bezeichneten selbst zu tun. Das, was das Symbol  bezeichnet, ist  gewissermassen im Zeichen  selbst  gegenwärtig. Worum es dabei genau geht, bleibt jedoch ein Stück weit unbenennbar, uneinsehbar, ungreifbar. Das Symbol macht mit dem, was in ihm verborgen liegt, lediglich vertraut. Dabei legt es nicht alles  offen. Es weist auf das Geheimnis hin, ohne es zu verraten.

Im hier beschriebenen Sinne verstehen sich die Symbole des zweiten Grades als Symbole, als Sinnbilder für etwas Tieferge­hendes, das in ihnen verborgen liegt. Vor diesem Hintergrund und als Bestandteil eines auf Heilung und spirituelle Entwicklung ausgerichteten Systems, können die Symbole des zweiten Grades gleichsam als Schlüssel gesehen werden - als Schlüssel, mit denen sich die Türen zu den entsprechenden, dahinter liegenden Ener­gien öffnen lassen, mit dem Ziel, diese, im Einklang mit dem Großen Ganzen, für heilerische und spirituelle Zwecke zu nutzen.

Geheimhaltung der Symbole?!

Vor diesem Hintergrund ist der Umstand zu sehen, dass die Sym­bole nach traditioneller Auffassung geheim gehalten werden soll ten. Dabei geht es nicht, wie manche annehmen, um ein elitäre Gebaren einiger Eingeweihter, sondern um den verantwortungsbewussten Umgang mit einem Wissen, das sich ausschliesslich an fortgeschrittene Praktizierende des Usui-Systems richtet und in anderen Zusammenhängen als dem eines 2. Grad-Seminar schlicht fehl am Platze ist.

Ein  Zusammenhang  mag diesbezüglich weiteren Aufschluss geben: Im Englischen klingen die Worte "sacred" (deutsch.: heilig) und "secret" (deutsch:  geheim) fast  identisch. Auch  im Deutschen besteht durch die Silbe „hei" eine deutliche Verbindung zwischen den Worten „heilig" und "geheim". Dies weist auf den Umstand hin, dass etymologisch betrachtet eine Verbindung zwischen diesen beiden Worten  besteht und damit auch zwischen den beiden Umständen, die diese Worte bezeichnen.

Nach traditioneller Auffassung sowohl eher westlich gepräg­ter Reiki-Systeme wie dem Usui Shiki Ryoho als auch japanisch geprägter Systeme wie dem Jikiden Reiki sind die Symbole des zweiten Grades grundsätzlich gegenüber allen Personen, die nicht in den zweiten Grad eingeweiht sind, geheim zu halten; dies vor dem Hintergrund, dass es sich dabei, im Gegensatz zu profanem Wissen, um ein besonderes Wissen handelt, dass seinem Wesen nach als heilig bzw. als spirituell besonders wirkungsvoll bezeichnet werden kann, weshalb diesem Wissen gegenüber eine ehrerbietige Haltung angebracht ist. Die Akzeptanz dieses Umstands mag für den westlichen, durch die wissenschaftliche Denkweise geprägten Geist möglicherweise schwierig sein, sie ist jedoch ein wichtiger Schritt in Richtung Heilung in spiritueller Hinsicht.

Die Mentalheilung

Eine der beiden zentralen Techniken, die im Rahmen eines 2. Grad-Seminars vermittelt werden, ist die der Mentalheilung. Diese Technik ermöglicht das Einwirken auf tiefer liegende Schichten des Bewusstseins in Form von Zuführung allgemein oder spezifisch ausgerichteter, universeller Lebensenergie. So können z.B. Gewohnheiten, die dem Glück, der Gesundheit und der Zufriedenheit des Einzelnen hinderlich sind, mit dieser Technik geheilt werden. Zudem fördert die regelmässige Anwendung der Technik das intuitive Bewusstsein sowie ganz allgemein die Erweiterung des Bewusstseins.

Die Fernheilung

Die zweite zentrale Technik, die im Rahmen eines 2. Grad-Seminars vermittelt wird, ist die der Fernheilung. Im Englischen wird diese Technik üblicherweise „Distant Healing" (deutsch: Fernheilung) genannt, manchmal aber auch ,,Absent Healing"; das bedeutet in etwa „Heilung einer abwesenden Person". Hier stossen wir an die Grenzen des rationalen Verstandes: Soll es tatsächlich möglich sein, universelle Lebensenergie über die Ferne bzw. einer abwesenden Person zu senden?

Das Usui-System des Reiki bzw. Meister und Praktizierende des zweiten Grades dieses Systems sagen: Ja. Diese Aussage tref­fen sie vor dem Hintergrund persönlicher, teils jahrzehntelanger Erfahrungen mit der hundertfach erlebten Wirksamkeit der entsprechenden Technik bzw. des dazugehörigen Symbols. Interes­santerweise haben mittlerweile auch zahlreiche wissenschaftliche Studien die Wirksamkeit von Fernheilungen bestätigt.

Bei einer Fernheilung tritt der Praktizierend e in geistigen Kontakt mit der Person, die er behandelt. Dies geschieht auf Grundlage eines seitens heilerisch tätiger Menschen immer wieder erfahrenen Prinzips: Wer an eine Person denkt, der steht unmittelbar mit ihr in geistigem Kontakt. Stellt er sich die Person klar vor dem inneren Auge vor, dann ist es so, als stehe sie direkt vor ihm. Um eine Fernheilung zu geben, baut nun ein heilerisch tätiger Mensch eine mentale Nähe zu dieser Person auf, d. h. er schafft eine Gedankenatmosphäre, die eine eindrückliche Verbindung zu dieser Person herstellt. Im Usui-System des Reiki geschieht dies mit Hilfe des entsprechenden Symbols. Die so hergestellte Verbindung gilt es, für die Dauer der Heilbehandlung aufrecht zu erhalten.

Derartig erzeugte Gedankenkraft hat keine Beziehung zur geo­graphischen Lage, sie spielt sich ausschließlich im Bewusstsein ab. Deshalb ist es für die Wirksamkeit einer Fernheilung unerheblich, wie gross die räumliche Distanz zwischen dem Praktizierenden und der behandelten Person ist. Es ist also egal, ob die behan­delte Person im Raum nebenan liegt, sich in einer anderen Stadt befindet oder gar auf einem anderen Kontinent ist.

Neben der Raum auflösenden Komponente besitzt die Tech­nik der Fernheilung zudem, auch wenn es für den rationalen Verstand unglaublich klingen mag, eine Zeit auflösende Kom­ponente. So ist es möglich, mittels entsprechender Techniken, Reiki gewissermaßen in die Vergangenheit und in die Zukunft zu senden. Die Anwendung dieser Techniken und die sich aus diesem Zusammenhang ergebenden Heilmöglichkeiten werden im Rahmen des 2. Grad-Seminars ausführlich besprochen und praktisch eingeübt.

Drei Symbole

Die traditionelle Form des Usui-Systems umfasst drei Symbole, die im Rahmen des 2. Grad-Seminars gelehrt werden. Darüber hinaus tauchen, vor allem in der freien Meisterszene, immer wieder andere Symbole auf, die mit weiteren, meist spezifischeren Formen der Anwendung von Reiki in Zusammenhang gebracht werden. Dabei ist die Herkunft dieser Symbole nicht selten ein grosses Rätsel.

Wer in der Anwendung von Reiki mit anderen als den traditionell überlieferten, von Mikao Usui geschaffenen Symbolen arbeiten möchte, dem steht es frei, dies zu tun. Dabei stellt sich jedoch die Frage, inwieweit die entsprechenden Anwendungen dann noch etwas mit dem Usui-System des Reiki zu tun haben bzw. ob sie überhaupt irgendetwas mit der universellen Lebensenergie Reiki zu tun haben. Nicht jede heilerisch angewandte Energie verfügt allein dadurch, dass sie zu heilerischen Zwecken angewandt wird, auch über die besondere, universell-spirituelle Komponente des Reiki.

In einem Interview äußerte sich Mary McFadyen, eine jahrzehntelang erfahrene Reiki-Meisterin, zu der Frage der Symbole folgendermassen: "Wir haben drei Symbole im zweiten Grad: Das erste verbindet uns mit der Kraft des Universums. Das zweite Symbol verbindet uns mit dem göttlichen Geist. Und das dritte Symbol transzendiert Zeit und Raum. Was gibt es sonst noch Wichtiges? Warum benötigen wir mehr Symbole?

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